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Amy Chua

Die Mutter des Erfolgs


Ist 'neoliberal' nur ein politischer Kampfbegriff, welcher von Linken verwendet wird, um alles und jeden zu diffamieren, der oder die vermeintlich "rechts" von ihnen steht, konservativ, oder wirtschaftsliberal ist? Oder ist der Neoliberalismus eine vorherrschende Ideologie, nach welcher seit einigen Jahren hierzulande alle Lebens- und Gesellschaftsbereiche ausgerichtet werden1.

Wir glauben, daß letztere Interpretation dessen näher kommt, was man gesellschaftliche Realität nennen könnte. Wir haben aber etwas dagegen, daß sich die neoliberale Ideologie noch weiter ausbreitet, da dies nicht im Sinne der Menschen und einer friedlichen Gesellschaft sein kann.
Diese Internetseite soll darauf aufmerksam machen, wie sich Neoliberalismus an welchen Stellen in unserer Gesellschaft ausbreitet und in unsere Köpfe frißt, welche Ziele durch die Akteure des Neoliberalismus verfolgt werden und vor allem wie wenig gesunder Menschenverstand und Menschlichkeit in ihm steckt.

Neoliberalyse.de soll eine offene Plattform sein - Diskussionen sind erwünscht. Wenn Ihr selber Artikel, Zeitungsanzeigen oder Texte habt, die Ihr einbringen wollt dann nur zu und klickt unten auf Kontakt.


anfuehr-strich-anfang-neoli Der Markt reguliert sich selbst. anfuehr-strich-ende-neoli

 

Politiker, Medienvertreter und andere selbsternannte Experten haben seit Ende der 80er Jahre neue Themenfelder für sich entdeckt: Elite, Exzellenz, Wettbewerb, sogenannte Eigenverantwortung u.s.w.
Grund, weshalb diese Themen auf die politische Agenda kamen war angeblich der sogenannte globale Wettbewerb, welcher urplötzlich über uns alle hereingebrochen sei, dem wir uns in keinster Weise entziehen könnten und dessen Logik wir uns ohne zu zweifeln unterwerfen müßten (daß bereits seit Jahrhunderten ein globaler Handel herrscht, bereits seit den 1960er Jahren internationaler Flugverkehr kein Problem mehr darstellt und seit den 1970er Jahren Container eingesetzt wird, zeigt, daß Globalisierung und der angebliche globale Wettbewerb eben keine neuen Erscheinungen sind).
Durch Handel verbundene Länder mit niedrigeren Arbeitskosten als hierzulande gibt es schon seit hunderten von Jahren. Und so wie China heute als Angstökonomie genannt wird, war es in den 1980er Jahren die japanische Wirtschaft, die dem Westen das "Fürchten" lehrte. Und ist die Katastrophe eingetreten? Hat die japanische Wirtschaft Europa und die USA überrollt? Nein. Alles läuft nach wie vor für die westlichen Länder im großen und Ganzen ganz gut (mal ganz abgesehen von den gruseligen Zuständen in allen weniger erfolgreichen Ländern im Sinne der globalen Weltwirtschaft).

 

anfuehr-strich-anfang-neoli Deutschland muß wieder Lokomotive
sein, nicht Schlußlicht. anfuehr-strich-ende-neoli


Die Vermutung liegt nahe, daß der Elitenkult und die "Gürtel enger schnallen"-Rhetorik überhaupt nichts mit der Globalisierung und dem globalen Wettbewerb zu tun hat.
Es gibt viele mögliche Interpretationen, was der Ursprung dieses irrationalem Reflexes sein könnte. Vielleicht hat er etwas mit Minderwertigkeitskomplexen zu tun, vermutlich eher mit einem ökonomistischen Weltbild, welches alles der Steigerung von Wertschöpfung und Wirtschaftswachstum unterordnet
.
Die neoliberale Politik in Duetschland hat viele Gesichter und reicht von der Privatisierung bzw. Verpachtung von Wasserwerken und Krankenhäusern an (Finanz-)Investoren, über die Einführung von Studiengebühren, die Verkürzung der Schulzeit im Sinne des Berufseinstiegsalters bis Politik der Stagnierenden Löhne.

 

anfuehr-strich-anfang Das Menschenbild: Homo Ökonomikus. anfuehr-strich-ende

Unter Neoliberalen wird gerne von "High Potentials" oder der Elite gesprochen. Vermutlich soll die Fokussierung auf die "Leistungsträger", die neue Oberschicht davon ablenken, daß es am finanziell unteren Ende der Gesellschaft, bei den Armen bergab geht.

Alle, die sich der "Logik" des Marktes widersetzen werden als ewig gestrig diffamiert, die die Zeichen der Zeit, die Notwendigkeit des Umlenkens in eine ökonomistische Richtung nicht verstanden hätten. Im folgenden Schema soll veranschaulicht werden, welcher Idealmensch (oben) im Neoliberalismus definiert wird und welche Art von Mensch verachtet wird (unten). Im anderen Schema soll die Funktionsfähigkeit einer neoliberalen Idealgesellschaft dargestellt sein:

high-potential 

So oder so ähnlich kann plakativ die Disktrepanz zwischen neoliberalem und
humanistischen Idealmenschen dargestellt werden (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Hier die Grafik zum herunterladen im Openoffice-Grafik-Format (.odg).



neoliberale_idealgesellschaft
 

Schema der neoliberalen Idealgesellschaft (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).
Hier die Grafik zum herunterladen im Openoffice-Grafik-Format (.odg).

 

Noch authentischer:

alt


 

1
Die hier ausgeführte Neoliberalismusdeffinition ist keine historische und keine rein wirtschaftspolitische, sondern soll eher die allgemeine Bedeutung widerspiegeln, wie sie zum jetztigen Zeitpunkt in unserer Gesellschaft verstanden wird.

 


Kommentare  

 
0 # 1337speaker 2011-02-05 22:13
Das Lexikon hört bei "K" auf. Haben Leute, die was gegen Neoliberalismus haben etwa noch nicht die Zeit gehabt bis zum 26. Buchstaben beim Lernen vorzudringen, da leider dringend gechillt werden musste? :)

Achja, und ergänzt werden müsste IN JEDEM FALL, der neuerdings in den Stellenanzeigen gehäuft vorkommende Ausdruck "Hands-on-mentality".

Im übrigen ist Metzelders Aussage IMW nicht so verkehrt. Bildung durch Privatpersonen zu fördern ist per se nichts schlechtes. Dass der Staat dafür zu sorgen hat ist prinzipiell natürlich richtig, jedoch sagt Metzelder nicht, dass private Bildung staatliche ersetzen soll o.Ä. sondern nur, dass eine Ergänzung notwendig ist...
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-2 # 1337speaker 2011-02-05 22:15
Im übrigen ist Metzelders Aussage IMW nicht so verkehrt. Bildung durch Privatpersonen zu fördern ist per se nichts schlechtes. Dass der Staat dafür zu sorgen hat ist prinzipiell natürlich richtig, jedoch sagt Metzelder nicht, dass private Bildung staatliche ersetzen soll o.Ä. sondern nur, dass eine Ergänzung notwendig ist...
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+1 # Ju 2012-07-18 12:13
Hi, find die Seite ja sehr nett. Ihr habt auf jeden Fall schon einmal gut erkannt, dass Menschen sehr unterschiedlich e Lebenseinstellu ngen haben und daher Konflikte bzw. Machtunterschie de teil des Lebens sind. Sicher bekannt, dass jedes Gesellschaftssy stem Gewinner oder Verlierer besitzt. Mir sind nun ein paar Fragen dazu eingefallen. Würde mich freuen, wenn ihr mich mit Antworten überschüttet: Wie erreicht man ein Gesellschaftssy stem indem es nur Gewinner gibt? Ist das realistisch? Wie müssen Rahmenbedingung en ausschauen, damit der Underperformer sich in seiner Lebenseinstellu ng nicht unterdrückt fühlt, der Neoliberale sich in seinem Handeln allerdings nicht eingeschränkt fühlt? Inwiefern ist eine multisoziokultu relle Gesellschaft zukunftsfähig? Würde mich hierbei über ein Abwägen von Vor- und Nachteilen freuen. ;-) Mh, auf jeden Fall ein sehr spannendes Gebiet.
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+1 # Neoliberalyse.de 2012-07-18 14:15
Hallo Ju,
danke für Dein Interesse an dieser Internetseite. Um die Probleme, Machtunterschie de und Ungerechtigkeit en angehen zu können, ist es sinnvoll, zunächst die genauen Strukturen der Gesellschaft zu erkennen und zu hinterfragen.
Was die Konkreten Lösungsmöglichk eiten angeht, wird Ende dieses / Anfang des nächsten Jahres ein Buch neoliberalyse erscheinen, in dem zusätzlich zur Analyse auch konkrete Vorschläge unterbreitet werden. Mehr dazu gerne Per Email.

Viele Grüße
Neoliberalyse.de/[Wort-zensiert]
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0 # unnützestes: geld 2013-04-22 22:28
Hallo ihr lieben. ichbin zwar leider in keiner partei um es mal so auszudrücken und habe nicht die grösste ahnung von politik. aber über gesellschaftsst rukturen und psychoanaylitis che erkenntnisse der menschheit, ihre triebe- und handlungsweisen bin ich belehrt!!
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0 # unnützestes: geld 2013-04-22 22:29
das ist - so habe ich erfahren ebenfalls von vorteil wenn man politiker ist um aufzusteigen bzw richtig zu handel, was leider ja nicht bei den aktuellen aufsteigenden politikern bzw. denen die die meiste macht haben aktuell, der fall ist - zumindest aus meiner sicht.
Die meinungen find ich sehr interessant! Ich habe mich da nur gefragt, welches ziel verfolgt ihr (betreiber der seite) ,dass, wir fangen mal "klein" an in der welt deutschland ohne ($€£) dieses geld auskommt? Eine weitere frage die mir schon durch eine dokumentation dargelegt wurde und nicht so abwägig ist, ist, wie soll das auf die welt übertragbar sein aus eurer sicht? Ich bitte um email antwort und hoffe auf einen regen austausch diesbezüglich.
zudem habe ich noch einige andere fragen ^^
grüsse Der Mo
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