Neoliberal und Reaktionär - über Amy Chua
Die Mutter des Erfolgs

"Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte" -
Analyse von Auszügen des US-amerikanischen Buches

 

Grundregeln einer autoritär-chinesischen „Erziehung“

"Viele1 fragen sich, wie es kommt, daß chinesische Eltern derart stereotyp erfolgreiche Kinder aufziehen. Wie sie es anstellen, so viele Mathegenies und Musikwunder hervorzubringen, wie es in solchen Familien wohl zugeht und ob sie selbst das erreichen könnten. Nun, ihnen kann ich verraten, wie es geht, denn ich habe es getan. Was meine Töchter Sophia und Louisa zum Beispiel niemals durften war:

Bei Freundinnen übernachten
Kinderparties besuchen
Im Schultheater mitspielen
Sich beklagen, daß sie nicht im Schultheater mitspielen dürfen
Fernsehen oder Computerspiele spielen
Sich ihre Freizeitaktivitäten selbst aussuchen
Eine schlechtere als die Bestnote bekommen
Nicht in jedem Fach, außer Turnen und Theater, Klassenbeste sein
Ein anderes Instrument spielen als Klavier oder Geige
Nicht Klavier oder Geige spielen"

 

Wie kommt es eigentlich, daß so wenige Eliteeltern intellektuelle und frei denkende Kinder aufziehen? Wie kommt es eigentlich, daß anscheinend so wenige chinesische Eltern den Unterschied zwischen einem Kind und einem Erwachsenen kennen? Wie kommt es eigentlich, daß diese sogenannten chinesischen Eltern keine "Genies" der Sozial- oder Geisteswissenschaften erzeugen?
Derartiger Drill kann nur eines hervorbringen: Hochgradig spezialisierte neurotische Menschen, die an der Oberfläche funktionieren wie ein Uhrwerk und unter der Oberfläche gestört oder emotional verkrüppelt sind.
Die Kinder sollen nach diesem Erziehungsparadigma der Freiheit beraubt werden, sich in eine selbst gewählte Richtung zu entwickeln. Sie sollen bereits von Geburt an auf den "richtigen" und "produktiven" Weg gezwungen werden.

 

"Chinesische Eltern" und die Pädagogik der Peitsche

Alle vernünftigen Eltern wollen das Beste für ihre Kinder - die Chinesen haben nur völlig andere Vorstel­lungen von dem Weg dorthin. Westliche Eltern bemühen sich, die Individualität ihrer Kinder zu respektieren, und ermutigen sie zu tun, was sie wirklich begeistert, unterstützen und bestärken sie in ihren Entscheidungen und sorgen für ein gedeihliches Umfeld. Die Chinesen hingegen sind überzeugt, dass der beste Schutz, den sie ihren Kindern bieten können, darin besteht, sie auf die Zukunft vorzubereiten, sie erkennen zu lassen, wozu sie imstande sind, und ihnen Fähigkeiten, eiserne Disziplin und Selbstvertrauen mit auf den Weg zu geben, die ihnen keiner je nehmen kann. [...] Chinesische Eltern können ihren Kindern befehlen, Bestnoten nach Hause zu bringen west­liche Eltern können ihre Kinder nur bitten, ihr Bestes zu ver­suchen. Chinesische Eltern können sagen: «Du bist ein fau­les Stück. Wenn du so weitermachst, bist du bald der letzte Trottel in der Klasse, westliche Eltern hingegen haben mit ihrem eigenen zwiespältigen Verhältnis zu Leistung und Erfolg zu kämpfen und versuchen sich einzureden, dass sie nicht enttäuscht darüber sind, was aus ihren Kindern geworden ist.
[...] Mit anderen Worten, westliche Eltern sorgen sich um die Psyche ihrer Kinder. Chinesische Eltern nicht. Sie setzen Stärke voraus, nicht Schwäche, und verhal­ten sich infolgedessen völlig anders.

 

Das vorliegende Mißverständnis der Frau Chua ist hier, daß ein Kind keine Maschine ist, die über feste Belastungsparameter verfügt bzw. keine Datenbank, in die Wissen und Erziehung hineingeladen werden und dann einfach dort abgespeichert bleiben. Der Mensch verfügt über Emotionen und ein extrem komplexes Gehirn, das ganz und gar nicht so berechenbar und steuerbar wie ein Computerprogramm funktioniert. Die Fähigkeit zu lernen nimmt zum Beispiel in Streßsituationen ab und korreliert eher negativ mit der Menge des Stoffes. Ein Kind wird in einem bestimmten Alter mehr lernen, wenn es in der Sandkiste spielt, als wenn komplexe Sachverhalte erklärt bekommt. Selbstbestimmtes Spielen und experimentieren sind für die Bildung des Kindes vermutlich noch wichtiger als Lesen und Rechnen lernen.
Pädagogische Unwissenheit wie die hier von der China-Mama zum Besten gegebene, ist  auch bei neoliberalen BildungspolitikerInnen unserer Zeit tief verankert.
Dies spiegelt sich etwa in den massiven Fehlentwicklungen der letzten Jahre im Bildungssystem Europas und Deutschlands wider:
So wurde etwa das
Abitur auf 12 Jahre verkürzt, da man meint, man müsse den Unterrichtsstoff nur "komprimieren", also in höherer Konzentration in die Köpfe der Schüler "einfüllen" und dann spare man ja Zeit! Zugleich wurden die Bachelor/Masterstudiengänge eingeführt. Dies entspricht bei Frau Chua der radikalen Reduzierung der Eigenständigkeit und freien Wahl der Entscheidung ihrer Kinder.
Ziel auch der neoliberalen Politiken ist es, Menschen die Möglichkeit der freien Entfaltung weitgehend einzuschränken. Sie sollen in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Wissen akkumulieren um fit zu sein für den Arbeitsmarkt. Der Mythos, die Studierenden seien faul und unorganisiert und man müsse ihnen durch ein starres System der Zwänge und Vorgaben "helfen", sich zurecht zu finden, spielt als Motivation für diese Reformen auch eine Rolle.
All dies resultiert dann in Ungeheuerlichkeiten wie die Umwandlung der Universitäten in Fachhochschulen und die Einführung der Bachelor-Master Studiengänge: Zuvor waren die meisten Universitätsstudiengänge so organisiert, daß die Stuiderenden relativ viele Möglichkeiten der freien Kurswahl hatten und weitgehend selber bestimmen konnten, ob, wann und wie sie Kurse besuchen, welche Studienleistungen sie gerne erbringen wollten, ob sie mitschreiben, oder lieber zuhören wollten. Nun sind sogenannte Module eingeführt, die bestimmte feste Bündelungen von Kursen vorschreiben, mitgeschrieben werden muß sogut wie überall und Hausaufgaben ersetzen zum Teil das eigenständige Arbeiten.

 

Zum Beispiel wird ein Kind, das ein 1- nach Hause bringt, von westlichen Eltern meistens gelobt. Die chinesi­sche Mutter hingegen ringt vor Entsetzen nach Luft und will wissen, was schiefgegangen ist. Kommt ein Kind mit der Note 2 nach Hause, werden manche westlichen Eltern das Kind immer noch loben. Andere westliche Eltern setzen sich mit dem Kind hin und äußern zwar Missbilligung, ach­ten dabei aber darauf, das Kind nicht zu verunsichern oder ihm das Gefühl zu geben, es sei unzulänglich, und ganz be­stimmt sagen sie ihm nicht, dass es «dumm», «wertlos» oder «eine Schande» sei [...]
Brächte ein chinesisches Kind die Note 2- nach Hause -was nie passiert -, käme es erst mal zu einem schreienden, haareraufenden elterlichen Donnerwetter. Daraufhin würde die am Boden zerstörte chinesische Mutter Dutzende, viel­leicht Hunderte Prüfungsaufgaben beschaffen und mit ihrem Kind so lange pauken, bis es für ein 1 reicht. Chinesische Eltern fordern erstklassige Noten, weil sie überzeugt sind, dass ihr Kind dazu fähig ist. Schneidet ihr Kind nicht erst­klassig ab, gehen die chinesischen Eltern davon aus, dass das Kind sich nicht genug angestrengt hat.

 

Wird auf ein Kind im Speziellen oder irgendeinen Menschen im Allgemeinen Druck ausgeübt, so kann er oder sie kurzfristig möglicherweise mehr Leistung erbringen. Langfristig wird diese Strategie aber nicht aufgehen, denn die Psyche eines Menschen ist fragil und kann hierdurch Schaden nehmen. Mal ganz abgesehen von der ethischen Verwerflichkeit dies gegen den Willen eines anderen Menschen zu tun, wird dies auch nicht im Sinne der "erziehenden" Person sein. Allgemein bekannt ist schließlich, daß das starke unter Druck setzen von Menschen zu vielfältigen psychischen Störungen, zu Burnout, Tinnitus oder Selbstmord führen kann. In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, daß die Jugend-Selbstmordrate etwa in Japan die weltweit höchste ist und die Kinder dort zugleich mit am stärksten unter Leistungsdruck stehen. In Deutschland hat die Einführung der Bachelor-Master-Studiengänge  zu einem starken Anstieg von vor allem psychischen Erkrankungen bei Studierenden geführt.

 

Zwang zu zielgerichteter Freizeitgestaltung und "Softskills"

Zwischen meinen und Jeds Eltern lag eine ganze Welt. Jeds Eltern ließen ihm die Wahl, ob er Geigenunterricht ha­ben wollte oder nicht (er wollte nicht und bereut es heute), und behandelten ihn als Menschen mit eigenen Ansichten. [...]
Es gilt einen Familiennamen hoch­zuhalten, alternde Eltern wollen stolz auf ihr Enkelkind sein. Ich schätze klare Ziele und klare Maßstäbe für Er­folg.
Deshalb gefällt mir die Suzuki-Methode des Klavierun­terrichts. Es gibt sieben Bände, und jeder Schüler beginnt mit Band eins. Jeder Band enthält zehn bis fünfzehn Lieder, und man muss streng der Reihe nach vorgehen. Kinder, die flei­ßig üben, bekommen jede Woche ein neues Lied auf, wäh­rend Kinder, die nicht üben, wochen-, ja monatelang an ein und demselben Lied festkleben und manchmal einfach des­halb aufgeben, weil sie sich schlicht zu Tode langweilen. Tatsache ist jedenfalls, dass manche Kinder viel schneller als andere die Suzuki-Bände durcharbeiten, weshalb eine flei­ßige Vierjährige einer Sechsjährigen voraus sein kann und eine Sechsjährige einer Sechzehnjährigen und so weiter- das ist der Grund, weshalb das Suzuki-System in dem Ruf steht, «Wunderkinder» hervorzubringen.
Ein wesentliches Merkmal der Suzuki-Methode ist, dass die Mitarbeit der Eltern erwartet wird: Bei jeder Unterrichts­stunde ist ein Elternteil anwesend und überwacht dann auch das Üben zu Hause.
Mit der Mutter an ihrer Seite übte Sophia mindestens neunzig Minuten täglich, auch am Wochenende. An den Ta­gen, an denen Unterricht war, übten wir doppelt so lang. Ich ließ Sophia alles auswendig lernen, auch wenn das gar nicht vorgeschrieben war, [...] An­dere Eltern veranschlagten pro Band ein Jahr. [...] Und ich fand noch immer, dass wir zu langsam vorwärts­kamen. [...]
«Oh mein Gott, du wirst immer nur schlechter [...] Wenn das beim nächsten Mal nicht PERFEKT ist, NEHME ICH DIR SÄMTLICHE STOFFTIERE WEG UND VERBRENNE SIE.»
Sie [die westlichen Eltern] werden der Grund sein, weshalb sie so oft zulassen, dass ihre Kinder schwierige Musikinstrumente wieder aufgeben. Wozu sich und das eigene Kind quälen? Zu welchem Zweck? Was bringt es, ein Kind zu etwas zu zwingen, das es nicht mag - ja hasst? Mir war klar, dass ich mich als chinesische Mutter dieser Denkweise niemals anschließen konnte.

 

Die Umwandlung der Freizeit in eine Fortbildungsphase für sogenannte Softskills ist in dieser "Pädagogik" wie auch im Neoliberalismus gängiges Muster. Es wird dem Einzelnen vermittelt, daß es, wolle man sich am Arbeitsmarkt später "durchsetzen, eben nicht mehr ausreiche, einfach nur den Bildungsweg zu durchlaufen, sondern man müsse sich unabhängig von tatsächlichen Interessen auch privat weiterbilden. Und zwar nicht im Sinne irgendeines selbst gewählten Hobbys, sondern im Sinne einer angesehenen oder prestigeträchtigen Freizeitgestaltung - wie etwa dem Spielen eines Instrumentes - Hauptsache, es mache sich gut im Lebenslauf. Die Wettbewerbsideologie (der eigenen oder derjenigen der Eltern) kann dann zu den oben beschriebenen Auswüchsen führen.

Es gelte den "Familiennamen hochzuhalten" - dieser Aspekt entspricht im Neoliberalismus dem Prestige- und Exzellenzwahn. Universitäten zum Beispiel müssen sich im "Globalen Wettbewerb" profilieren und einen Namen machen oder hoch angesehene gesamtwirtschaftliche Rahmendaten- und Zahlen wie das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts werden über das Wohlergehen der Mehrheit der Bevölkerung gestellt.
Die Frage, warum all der Glanz und die Glorie notwendig sind, wird sogar von Frau Chua gestellt. Leider findet sie keine Antwort, die darüber hinausgeht, daß dies nun einmal "chinesisch" sei. Das Argument des Familiennamens ist kein inhaltliches, sondern ein höchst eitles und irrationales, das jegliche Berechtigung verliert, wenn es als Vorwand benutzt wird, die eigenen Kinder zu drangsalieren und zu unterdrücken.
Im Neoliberalismus wird das Streben nach Profilierung im "Globalen Wettbewerb" so begründet, daß ein sich-heraushalten aus diesem Wettbewerb dazu führe, daß man ins Hintertreffen gerate. Da eine Universität aber eine staatliche Einrichtung ist, leuchtet dieses Argument nicht ein: Eine Großstadt etwa, die lebenswert für die Menschen ist, wird als Universitätsstandort immer für viele junge Studierende hoch interessant sein. Egal welches Renommé sie genießt. Über das selbstverständliche Bemühen hinaus, ein ordentliches Studium zu bieten und gute Forschung zu betreiben, müßten eigentlich keine weiteren Ambitionen bestehen. Es bestehen aber dennoch weitergehende Ambitionen in die Richtung, nicht nur gut zu sein, sondern die beste Universität zu sein und alle anderen hinter sich zu lassen. Dieser Überlegenheitstrieb ist ähnlich irrational und überflüssig wie der Wunsch, die Familie möge hoch angesehen werden.

 

Konditionierung zu kompromißloser Leistungs-
bereitschaft und Ökonomisierung der Beziehungen

Die Mädchen schenken ihrer Mutter zum Geburtstag eine selbstgemalte Karte: Ich gab Lulu die Karte zurück. «Ich will das nicht», sagte ich. «Ich möchte eine schönere - eine, für die du dir wenigs­tens ein bisschen Mühe gegeben hast. Ich habe eine eigene Schachtel, in der ich alle Karten aufbewahre, die ich von euch beiden habe, und diese hier kommt da ganz bestimmt nicht rein.»
«Was?», fragte Lulu ungläubig. Auf Jeds Stirn bildeten sich Schweißtröpfchen. [...]
«von mir kriegst du Zauberer und Riesenrutschbah­nen, die mich Hunderte Dollars kosten. Von mir kriegst du riesige Eistorten in Pinguinform, und ich gebe ein halbes Monatsgehalt für dämliche Aufkleber und Radiergummis als Partygeschenke aus, die nachher sowieso jeder wegwirft. Ich strenge mich irrsinnig an, um dir einen schönen Geburts­tag zu machen! Ich hab was Besseres verdient als das.» [...]  Am späteren Abend erhielt ich zwei viel bessere Geburts­tagskarten, die mir sehr gefielen und die ich noch heute habe.

 

Die hier beschriebene Szene zeigt auf frappierende Art und Weise auf, wie einerseits ein Kind durch Entzug von Liebe und Anerkennung auf Leistung konditioniert wird und andererseits, wie persönlich-emotionale Verhältnisse nach materialistischen, ja ökonomischen Maßstäben bewertet werden. Die Mutter respektiert eine emotionale Geste eines gut gemeinten Geschenkes nicht, da sie erwartet, daß sich die über ein Geschenk geäußerte Zuneigung und Anerkennung der Mutter konkret und "meßbar" nachweisen läßt.
"Du kriegst riesige Eistorten.... und Riesenrutschbahnen, die hunderte Dollars kosten" -
das Kind soll dies nun mit einem angemessenen Gegenwert ausgleichen. Da es über keine finanziellen oder anderen materiellen Ressourcen verfügt, soll es die Leistungen für die Mutter mit dem einzigen "wertvollen" aufwiegen, was ihm zur Verfügung steht: Mit seiner Arbeitskraft.

 

Wettbewerb in allen Lebensbereichen eines Kindes

Je höher Lulu stieg, desto härter wurde die Konkurrenz. Bei einem Turnier verlor sie gegen ein Mädchen, das doppelt so groß war wie sie. Als Lulu vom Platz ging, lächelte sie charmant, aber kaum saß sie im Auto, sagte sie: «Nächstes Mal besiege ich sie. Noch bin ich nicht gut genug - aber bald.» Dann fragte sie, ob sie Extrastunden haben könne.
Inzwischen fahre ich Lulu jedes Wochenende zu Tennis­turnieren und sehe ihr beim Spielen zu.
Nach monatelanger strapaziöser Vorbereitung und den üblichen Kämpfen und Drohungen, dem Geschrei und Gebrüll zu Hause bewarb sich Lulu als Konzertmeisterin bei einem renommierten Jugendorchester, spielte vor und wurde genommen, obwohl sie erst zwölf war und damit viel jünger als die meisten anderen Musiker. Sie erhielt eine landesweite «Wunderkind»-Auszeichnung und kam in die Zeitung. Sie brachte immer nur die besten Noten nach Hause und gewann für einen französischen und lateinischen Vortrag die höchsten Preise ihrer Schule.

 

Das Kind versucht durch die Leistungskonditionierung, in allen Lebensbereichen ganz vorne dabei zu sein. Es reicht ihm nicht, nur im einen oder anderen Bereich ganz gut zu sein, sondern es will immer und kompromißlos die Beste sein. Koste es, was es wolle.  Am Ende bleibt die Frage, wozu das Ganze dienen soll. Das Kind hat nur ein Leben und wird sich ohnehin entscheiden müssen, ob es in die eine oder andere Richtung gehen wird. Zweifelsohne ist dieses Kind ein Top-Kandidat für einen Tinnitus oder einen ganz normalen Burnout. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Kartenhaus der Exzellenz, des Wettbewerbs und der vermeintlichen Überlegenheit in sich zusammenbricht.

Wir meinen: Das Buch von Frau Chua reiht sich in die Vielzahl unwissenschaftlich-populistischer Sachbuchschwämme der Zeit ein. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Ahnungslosigkeit bezüglich pädagogischer Banalitäten hier Unwissenheit verschleudert wird. Auf der anderen Seite läßt sich die Absurdität neoliberaler Ideologie in der Kindererziehung hierdurch exemplarisch besonders gut erörtern. Insofern wissen wir zu schätzen, daß es dieses Buch gibt (würden uns aber wünschen, daß der Autorin und ihrem Mann die Erziehungsberechtigung entzogen wird).

 

Amy Chua

Die Mutter des Erfolgs

1 Alle Textauszüge aus dem Buch: Amy Chua - "Die Mutter des Erfolgs" in der deutschen Übersetzung, München, 2011

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