Neoliberalyse-Artikel
Exzellenz des Marktes -
Die "Leuphana Universität Lüneburg"

Erschienen in TUMULT - Vierteljahresschrift für Konsensstörung

 

In der Ausgabe Frühjahr 2015 der Zeitschrift TUMULT erscheint am 11. März ein Neoliberalyse-Artikel über die neoliberale "Leuphana Universität Lüneburg.
 
Die Zeitschrift kann beim Verlag hier bestellt werden.

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Auszüge:
"Die Leuphana Universität Lüneburg ist eine als »Stiftungsuniversität« betriebene Fachhochschule in der niedersächsischen Provinz mit etwa 7.300 Studierenden. (1) Lehre und Forschung ordnen sich dem Ziel der ökonomischen Anwendbarkeit unter: Neben der Verknüpfung von Wirtschaft und Bildung sind das Streben nach Exzellenz und die Disziplinierung durch Wettbewerb wesentliche Bestandteile des Leitbilds. Pressemitteilungen und Textpassagen der Leuphana-Außen­dar­tellung lassen erkennen, in welchem Geist sich die »Universität« präsentiert und positioniert..."

"Regelmäßig ufern die Kosten aus, wenn Statussymbole im Rahmen einer neoliberalen Leucht­urmpolitik errichtet werden. Ähnlich wie bei vergleichbaren  Prestigebauten [...] explodieren auch in Lüneburg die Kosten [...]
Kein Wunder, dass die Staatsan­waltschaft nach Hinweisen des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (OLAF) ermittelt hat, und zwar gegen den Vize­präsidenten
der Universität höchstpersönlich..."

"Ein Höhepunkt der PR-Strategie ist der Missbrauch des Begriffs des humanistischen Bildungs­ideals. Man beruft sich sogar direkt auf Wilhelm von Humboldt, den Bildungs­
reformer im Preußen des 19. Jahrhunderts. Man erklärt, eine "humanistische, handlungsorientierte und nach­haltige Universität" sein zu wollen:


"Humboldt plus Schumpeter – [...] Selbständigkeit kann sich [...] als um­fassende Intrapreneurship oder unternehmerische Karriere- und Lebensplanung (Selbst-GmbH) äußern [...]. Im Rahmen der Gesamtstrategie wird unternehmerisches Denken und Handeln in der gesamten Universität, sowohl in Forschung, Lehre als auch in  Verwaltung, zur Handlungs­maxime werden." (11)

[...] Besonders perfide ist die Umdeutung des Humboldt­schen/humanistischen Bildungsideals. Schließlich hat Wilhelm von Humboldt betont, der gesellschaftliche Ansatz, primär "Wohlstand und Ruhe" schaffen zu wollen, sei letztendlich inhuman. Er hat den Vertretern dieses Bildungsver­ständnisses vorgeworfen, dass man "aus Menschen Maschinen machen will". Humboldt hat zudem die "Freiheitsbeschränkungen" beklagt, die entstünden, wenn es eher darum gehe, "was der Mensch besitzt, als auf das, was er ist". Es sei wünschenswert, dass "jeder einzelne der ungebun­densten Freiheit genießt, sich aus sich selbst in seiner Eigen­ümlichkeitt zu entwickeln", und zwar "jeder einzelne nach dem Maße seines Bedürfnisses und seiner Neigung". (12)

Diese Forderungen Humboldts stehen im diametralen Gegensatz zum Grundansatz der Leuphana Universität.


Abschnitte:

1. (Selbst-)Marketing, Elitismus, Filz

2. Wirtschaft, Wachstum, Wettbewerb

3. Die Früchte der neoliberalen Hochschule

4. Fazit

 

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