GEFRO - mit Liebe gepackt [sic!]
Pakete mit "liebe" verpackt. MitarbeiterInnenüberwachung? Warum das neoliberal ist...


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 gefro - mit liebe ueberwacht 20110202 1796866464

 

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pfeil-antineolib72

GEFRO ist ein Versandhaus für Lebensmittelprodukte. Angeblich alles total natürlich, wobei der Anteil von Artikeln, welche aus ökologischer Landwirtschaft stammen nicht sehr hoch ist. Die Preise schon.

Was hier in unseren Augen neoliberal ist, ist die Tatsachen, daß die Angestellten, die Pakete für den Versand vorbereiten, einen Aufkleber mit einem Bild von sich auf die entsprechende Rechnung zum Paket kleben müssen. Auf diesem Aufkleber steht "Ihr Paket wurde von mir gerne und mit großer Sorgfalt gepackt. Falls etwas nicht zu Ihrer Zufriedenheit ist, rufen Sie bitte gleich eine Kollegin an. Telepfon [...] Danke! Ihre Maria Musterfrau."

Nun könnte man meinen, daß Ganze sei ein Akt der Menschlichkeit eine schöne Geste gegen die Anonymität eines Versandhauses/Internetladens. Ist es aber nicht. Man ruft ja schließlich nicht die Packerin oder den Packer persönlich an um sich gegebenenfalls zu beschweren, sondern "eine Kollegin". Das heißt: Beschwerden werden immer stets mit der Person, die etwas falsch gemacht hat direkt und einfach in Verbindung gebracht. Vermtutlich wird eine Datenbank geführt, welcher Mitarbeiter oder welche Mitarbeiterin wie viele Fehler beim Packen macht.

Das mag aus Sicht des Arbeitgebers zwar irgendwie noch nachvollziehbar sein, es handelt sich aber hierbei um Mitarbeiterüberwachung. Der einzige Unterschied zur klassischen illegalen Mitarbeiterüberwachung, wie sie etwa bei Lidl 2009 vonstatten ging ist aber hier, daß die Überwachung vom Arbeitgeber quasi "outgesourct", also externalisiert und auf den Kunden übertragen wird, der diese dann durchführen kann.

Das Angeben einer Beschwerdenummer ist ja im Grundsatz überhaupt kein Problem, nur die direkte Personalisierung, die direkte Zuweisung der Verantwortlichkeit, kann als problematisch beurteilt werden.

Richtig zynisch jedoch ist die Abbildung des Mitarbeiterportraits in einem Herz und die Art des Textes, der suggeriert, daß alle im Unternehmen doch eine Familie seien, daß Harmonie und Kollegialität herrsche. Genau das Gegenteil ist der Fall, da es hier viel mehr um die Überwachung und Kontrolle der MitarbeiterInnen geht.

Wir meinen: Das muß nicht sein. Wer es mit Kollegialität innerhalb eines Unternehmens ernst meint, tut so etwas nicht. Nicht in Ordnung lieber GEFRO-Versand!

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  • Gast - zwölfuhrmittags

    10. April 2011:
    Dass die pseudopersönlic he Ansprache von GEFRO zu kritisieren ist: da stimmen wir überein.
    Aber ihr seid doch nicht wirklich so naiv zu glauben, dass bei anderen Versandhäusern, die die Rechnungen nicht mit dem Konterfei der Verpacker:innen zieren nicht auch Statistiken über die jeweilige Leistung (im Zweifel also: Beschwerden) geführt werden.
    Gut, vom Kunden ist nicht nachvollziehbar , dass Peter Müller falsch verpackt hat, aber das ist den Kunden vermutlich auch egal. Aber der Arbeitgeber wird es wissen. Ob mit oder ohne Aufkleber.

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