Uni Spiegel: Der Karriereroboter
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Der "Uni Spiegel" ist ein kostenloses Magazin, welches in deutschen Universitäten frei zum Mitnehmen ausliegt. "Der Arbeitsmarkt für junge Ingenieure boomt" ist die Unterüberschrift für die Ausgabe Magazin.


Karriere-Schrauber. Das Wort Karriere verknüpft Hochschulbildung mit der Verwertbarkeit für den Arbeitsmarkt. Das Wort "Schrauber" ist aus dem mechanisch-technischen Bereich entliehen und wird hier auf Bildung angewendet.


Dargestellt ist ein grauer Kasten mit rechts und links anliegenden länglichen Elementen über welcher eine Kuppel aufliegt.

Unter dem rechten Arm hält der Roboter drei Hardcoverbücher mit einem schlichten farbigen Einband, wie sie in Universitätsbibliotheken anzufinden sind.

Etwas befremdlich erscheint, daß der durch und durch technisierte, ja zu Technik gewordene Student geradezu altertümlich erscheinende Bücher unter dem Arm trägt. Zu vermuten ist in diesem Zusammenhang, daß die Bücher hier primär als Symbol* des Studentischen fungieren.

Die Kuppel mit der quadratischen Fläche und dem Fadenbüschel, welche als oberstes über den Einzelteilen des dargestellten Objektes schwebt soll einen Absolventenhut angelsächsischer Art darstellen, welcher in diesen Ländern traditionell nach verschiedenen Absolventenfeiern am Ende der Schul- oder Universitätszeit bei der Abschlußfeier aufgesetzt werden.

An der rechten Brust, dort wo bei einem Menschen das Herz sitzt trägt der Roboter ein Diskettenlaufwerk. Sein Herz ist also zugänglich für digitalen Input von außen. Möglicherweise stellt die eingelegte Diskette sein Herz dar. Dies würde bedeuten, daß, nimmt man das Herz im volkstümlichen Sinne, als Zentrum der Emotionalität an, die Emotionen austauschbar und damit kontrollierbar sind.

Auf den ersten Blick wirkt das Bild durch seine Comic-Anmutung wie eine Karrikatur. Unklar ist, ob der Zeichner den Roboter für den Spiegel zeichnete eine andere Intention hatte als die Auftraggeber.

Verschiedene mögliche Kritikpunkte könnten durch das Bild des Roboters geäußert werden werden: Die Kritik, daß Studierende durch die Verschulung und durch den Verlust von Freiheiten in den Bachelor/Master Studiengängen immer stärker zu "Lernmaschinen" werden sollen

 

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