DLF / CAMPUS & KARRIERE / Tanja Burgfeld / 25.08.2010 / Link
Vitamin S - Selbstvermarktung in sozialen Netzwerken hilft der Karriere auf die Sprünge

"Auch Twitter-Gezwitscher kann der Karriere dienen"...

 

Wozu sollte man sich selbst vermarkten? Vermutlich man auf dem Arbeitsmarkt "bessere Chancen" hat. Wie der Begriff "vermarkten" schon sagt, handelt es sich um einen Markt und bie der Person um ein ökonomisches Gut. Man muß sich also auf Teufel komm raus von anderen Unterscheiden, damit man differenzierbar ist und als "Marke" erkannt werden kann. Persönlichkeit, die zunächst einmal keine Zielrichtung hat, wird hier durch "Marke" ersetzt. 

 

Wie präsentiere ich mich im Internet, um neue Kunden zu gewinnen? Wie mache ich über Twitter, Xing und Co. auf meine beruflichen Kompetenzen aufmerksam? Um diese und ähnliche Fragen geht es, wenn sich Diplom-Psychologin Nadine Pfeiffer und Social-Media-Beraterin Olivera Wahl aus Köln treffen. Nadine Pfeiffer hat sich als Business-Coach selbstständig gemacht und möchte sich und ihre Arbeit im Internet professionell präsentieren. Deshalb hat sie sich unter anderem Profile bei sozialen Netzwerken wie Xing und Twitter angelegt. Mit Expertin Olivera Wahl bespricht sie regelmäßig ihre Online-Einträge und lässt sich dazu Tipps geben:
Nadine: "Getwittert habe ich jetzt noch nicht so wahnsinnig viel."
Olivera : "Ich gehe mal eben auf dein Profil." [...]

 

Die "Professionalisierung" dieser Medienjunkies geht so weit, daß sie 24 Stunden für ihre Arbeit aktiv sein wollen. Anstatt irgendwann am Tag mal "Feierabend" zu haben, sollen die Profile auf den "sozialen" oder den "Karrierenetzwerken weiter für die eigene Karriere arbeiten. Man hohlt sich sogar professionelle Hilfe umd die 24 Stunden Selbstpräsentation zu perfektionieren.

 

[...] Die Selbstvermarktung im Netz sollte vorab allerdings gut überlegt sein. Gerade wer sich in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook bewegt, muss mit unerwünschten Reaktionen auf seine Online-Inhalte rechnen. Das kann den eben mühsam aufgebauten Status schnell wieder zunichtemachen.

 

Worum geht es hier eigentlich? Das sogenannte "Netzwerken" wird hier in die digitale Welt übertragen. Man verbreitet seine Person als Produkt im Internet. Aber vorsicht: man soll natürlich seine wahre Persönlichkeit nicht zu offen nach außen tragen, da Persönlichkeit immer Inkompatibilitäten zu bestimmten anderen Persönlichkeiten hat. Also immer schön glatt und angepaßt nach außen auftreten, damit auch ja kein einziger potentieller Arbeitgeber von der tatsächlichen Persönlichekit, den politischen Einstellungen u.s.w. abgeschreckt ist. Sonst verliert man seinen "Status" - welchen überhaupt? Den Status des/der Professionellen natürlich.

 

[...] Grundsätzlich sollte hinter der Selbstpräsentation im Internet, gerade wenn sie dem Job dienen soll, immer ein durchdachtes Kommunikationskonzept stehen. Dass bedeutet auch, sich nicht zu vielen Themen zu widmen, sondern sich zwei bis drei Schwerpunkte gezielt heraus zu picken. Als Einstieg eignen sich Portale, auf denen es erst einmal vor allem ums Kennenlernen geht.
[...]

 

Auch das, was bei Unternehmen die Marketingabteilung ist, soll sich im Kleinen in jedem von uns wiederfinden. Das bedeutet, alles was man im Netz sagt oder tut, soll nicht der Wahrheit entsprechen, sondern dem, was man respräsentieren will und dem, was der Zielgruppe, also potentiellen Arbeitgebern gefällt. Das ist krank.

Wir meinen:
 Zu viel von sich im Internet preiszugeben ist tatsächlich nicht gut. Aber natürlich nicht aus "image"-gründen, sondern aus Gründen des Datenschutzes. Wer meint, über sich selber weniger die Wahrheit, sondern viel mehr die gefilterten Informationen einer PR-Strategie preisgeben zu müssen, unterwirft sich einer verlogen-neoliberalen Logik, welche letztendlich zu einer Entfremdung von der eigenen Persönlichkeit führen könnte. Dies lehnen wir auf's schärfste ab! Ehrlichkeit und offener Diskurs müssen in auch im Internet vorherrschend sein und keine verlogene Selbstvermarktung.

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